Tales of Phantasia
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Tales of PhantasiaReview vom 30.04.2006
Abenteuerliche Erzählungen gespickt mit Fantasie und Magie gibt es seit Menschengedenken. Das Außergewöhnliche überflügelt die Vorstellungskraft und sorgt für Nervenkitzel. Es ist nicht sehr verwundernswert, warum Rollenspiele im Videospielsektor sich einer so großen Beliebtheit erfreuen dürfen. Es werden spannende Geschichten erzählt, mutige Charaktere vorgestellt und man darf sogar seinen eigenen Einfluss auf den Lauf der Story mit einwirken lassen. Der Game Boy Advance wird noch einige RPG-Abenteuer erleben. So erscheinen noch diverse Final Fantasy Umsetzungen mit dem aktuell erschienenen Tales of Phantasia möchten wir nun genauer auf eine andere bekannte Serie eingehen. Tales of Phantasia gehörte wohl zu den letzten großen Rollenspielen die damals auf dem Super Nintendo Entertainment System (kurz SNES) erschienen sind. Es erschien im späten Dezember 1995 und es reichte nicht einmal die Zeit aus, dass das Spiel seinen Weg in den Westen fand. So blieb der Klassiker Japan-Exklusiv bis Nintendo sich entschied, das elf Jahre alte Spiel auf dem Hause Namco auch in Europa auf dem Game Boy Advance zu veröffentlichen. Fans können nun erfahren wie die Saga der „Tales of" Serie begonnen hat. Alte Kamelle oder wundersames Abenteuer?
Man glaubt es kaum, doch in Japan gehört die „Tales of…“ Serie zu den drittbeliebtesten Rollenspielen nach Dragon Quest und Final Fantasy und alles begann mit diesem Abenteuer. Das Spiel, welches wir hier in den Händen halten, ist wahrlich kein neues. Denn die Remakeversion erschein schon 1997 auf der PSone und sogar schon 2003 auf dem Game Boy Advance. Man hatte einfach nicht genug Hoffnung in den Titel gesteckt und dachte er könne sich in Europa nicht durchsetzen. Doch drei Jahre nach der Veröffentlichung in Japan hat man sich doch dazu entschieden, dem Abenteuer eine Chance zu lassen.
Tales of Phantasia beginnt mit einer heroischen Schlacht zwischen Gut und Böse. Eine unbekannte Truppe freundlich gesinnter Krieger, schlägt in einer erbittern Schlacht den finsteren Magier Dhaos. Dhaos wurde im Laufe der Zeit zu mächtig und war eine Gefahr für die Welt. Nun durch ein magisches Siegel verbannt, war es friedlich.
Zehn Jahre später in dem kleinen Dorf Totus waren der junge Schwertkämpfer Cress und sein Freund Chester auf der Jagd. Während sie das Abendessen besorgen sollten ereignete sich ein hinterhältiger Angriff auf das Heimatdorf. Alle Einwohner wurden brutal ermordet, selbst die Eltern unserer Jäger. Grund dafür, war ein Talisman, den einst Cress geschenkt bekommen hat. Dieses Artefakt hat die Macht, Dhaos aus seinem Verlies zu befreien. Cress flieht zu seinem Onkel und sucht nach Schutz. Doch als dieser ihn betrügt, kann Dhaos befreit werden und nur eine Zeitreise in die Vergangenheit kann das Schicksal der Welt retten…
Ab hier beginnt ein episches Abenteuer und wir haben jetzt schon zuviel von der Story verraten. Es wird noch einiges geschehen. Neue Freunde werden gefunden, Allianzen geschlossen, Kriege verhindert, doch ob die Welt von Dhaos befreit werden kann, steht in den Sternen. Die Story des Spiels ist sehr klassisch aufgebaut. Der immerwährende Kampf zwischen Gut und Böse ist erneut Nährboden der Erzählung. Doch was macht das Spiel so einzigartig. Warum fahren die Japaner total darauf ab und was unterscheidet es von anderen üblichen Rollenspielen?
Zum einen bekommt man die übliche Kost geboten. Ein anfänglich undurchsichtiges Menü, mit vielen verschiedenen Optionen. So können die Charaktere mit Waffen ausgerüstet, außerhalb der Kämpfe Heilzauber anwenden, die Formation gewählt oder der Status betrachtet werden. Während des Abenteuers unterscheidet man zwischen zwei Phasen, den Kämpfen und den ruhigen Teilen in Dörfern oder Städten. Man kann sich mit zahlreichen Leuten unterhalten, neue Informationen in Erfahrung bringen und natürlich seine Helden mit Waffen, Rüstungen und anderen Items ausstatten. Das Besiegen der Gegner bringt nicht nur Geld, sondern auch Erfahrungspunkte, die durch Levelanstiege aus schlaffen Helden nach und nach reine Kampfmaschinen werden lassen.
Die Story eines Rollenspiels ist zwar sehr wichtig, aber nicht nur der ausschlaggebende Punkt, warum man von Anfang bis Ende gebannt vor dem Game Boy Advance sitzt würde. Es gehört immer ein wenig mehr dazu, wie zum Beispiel ein gelungenes Kampfsystem, Komplexität und nette Sidequests. Tales of Phantasia hat ein eher individuelles Kampfystem zu bieten. So ist es eine Mischung aus den klassischen rundenbasierten Kämpfen und actiongeladenen Echtzeit-Fights. Hier stellt sich die Frage, wie ist dies überhaupt möglich? Die Antwort drauf ist so einfach wie genial. So beginnen die Kämpfe in den Dungeons und auf der Weltkarte zufällig und das Geschehen blendet über zu den Schlachten. Der Unterschied ist aber, dass diese Friedenseinbrüche nicht einfach ein Auswahlmenü zu Attacken und Zauberkräften darstellen, sondern in Echtzeit ausgefochten werden. Der Hauptcharakter des Teams wird dabei vom Spieler gesteuert, der Anhang vom Computer. Je nach Einstellung kämpfen die weiteren Helden aggressiv, defensiv, vorsichtig oder risikoreich.
Bei der Game Boy Advance Version sind auch in diesem Sektor die ersten Mankos zu beklagen. So ist die KI der Mitstreiter nicht immer das gelbe vom Ei und wenn man nicht ordentlich aufpasst, kann man sein Leben schneller lassen als einem lieb ist. Zum Glück kann man während den Kämpfen auch selbst mitentscheiden, welche Attacken, Angriffs- oder Heilzauber von den Kameraden genutzt werden. Die Mischung aus Taktik und Echtzeitaction ist eigentlich gelungen, nur trüben diverse Slowdowns der Grafikengine manchmal den Spielfluss.
Je nach Levelanstieg können die Charaktere neue Zauber und Spezialattacken erlernen. Manche Kombos können auch erst dann genutzt werden, wenn zwei normale Spezialattacken gemeistert wurden. Sprich jedes Mal wenn man eine solche Attacke ausführt, steigt die Prozentzahl dieser Fähigkeit um eins. Wenn man bei 100% angekommen ist, fügt man nicht nur mehr Schaden zu, sondern hat möglicherweise auch die Vorgaben für eine Kombo erfüllt. Die Waffen unterscheiden sich neben der Stärke auch zusätzlich in der Handhabung. So sind manche Waffen besser in Hiebattacken und manche Waffen eignen sich besser um Stichattacken durchzuführen.
Wie es in jedem guten Rollenspiel üblich ist, gibt es neben den klassischen Kämpfercharakteren auch magisch begabte Helden und natürlich wollen wir auch näher auf das Magiesystem eingehen. In der Welt von Tales of Phantasia können eigentlich nur Elfen oder Halbelfen zaubern. Menschen haben diese Begabung nicht. Doch dies heißt nicht, dass man als langweiliger Mensch keine Beschwörungen vollziehen könnte. Im ganzen Abenteuer verteilt, sucht man elementare Vertreter der Naturgewalten, denn nur mit Hilfe dieser Fabelwesen ist es möglich, den mächtigen Dhaos zu besiegen. Doch man braucht als Mensch nicht nur einen so genannten Paktring, um diese Kreaturen als Mitstreiter zu erlangen, sondern muss diese auch im Kampf besiegen. Nicht immer eine leichte Angelegenheit. Zudem gibt es für das Kampfsystem auch zwei Schwierigkeitseinstellungen, die je nach Fähigkeiten der Spieler angewählt werden können.
Ein weiteres typisches Element, was sich durch die gesamte Serie der "Tales of ...“ Spiele zieht, ist das Kochprinzip. Überall auf der Welt verstecken sich zahlreiche Chefköche. Sollte man diese finden, erhält man als Belohnung eine neue Rezeptur für ein Gericht. Die Zutaten dazu müssen während der Kämpfe gefunden oder in diversen Shops gekauft werden. Die Effekte eines gekochten Mals variieren von Heilung der HP oder TP bis hin zur temporären Verbesserung der Charaktereigenschschaften. Natürlich ist nicht jeder Charakter ein Chefkoch und so kann gut und gerne etwas schief gehen.
Nochmals eine rückblinkende Zusammenfassung: Tales of Phantasia ist ein sehr klassisches Abenteuer, welches viele Elemente liefert, die man heute gewöhnt ist. Ein sehr andauerndes Spiel mit einer großen Welt, zahlreichen Transportmöglichkeiten, einigen Helden und einer netten Story. Das Kampf- und Magiesystem ist durchdacht, birgt aber auch so einige Tücken. Das Menü ist anfänglich sehr befremdlich und man braucht eine Weile bis man sicht zurechtfindet. Die Übersetzung ist gelungen, doch die englische Version ist stellenweise besser, da man nicht jedes Objekt auf ein Minimum an Buchstaben kürzen musste.
Steuerung:
Die Steuerung des Spiels ist stellenweise holprig, die Menüführung anfangs chaotisch und gewöhnungsbedürftig. Doch hat man den Dreh raus, so merkt man, dass eine hohe Komplexität dahinter steckt und man einiges damit anfangen kann. Das besondere Kampfsystem weiß zu unterhalten und ist was anderes als das übliche Auswählen der Attacken in einem statischen Menü.
Grafik:
Was hier in Sachen Optik geboten wird, gehört zum alten Eisen. Old-School-Grafiken mit Japano-Flair, die gewöhnungsbedürftig sein können. Schade ist, dass es gerade in Kämpfen gegen viele Gegner zu Slowdowns der Grafikengine kommen kann, welches den Spielfluss bremst. Hier wäre etwas Feintuning angesagt. Dennoch: wer nicht den neuesten Grafikblender sucht, wird sich auch mit dem gebotenem anfreunden können und nach und nach am Stil gefallen finden.
Sound:
Die Kampfgeräusche sind eher Nebensache. Die für Game Boy Advance Verhältnisse guten Sprachsamples und die angenehm atmosphärische Musik lassen das Klirren und Krachen der Schwerter eher im Hintergrund. Obwohl das Spiel über eine Sprachauswahl verfügt, sind die kurzen Kommentare während der Kämpfe auf Englisch. Stören tut dies jedoch nicht.
Features:
Man bekommt ein 20+ Stunden Abenteuer mit viel Tiefgang geboten. Eine gute Anzahl an spielbaren Charakteren, Möglichkeiten die Welt zu erkunden, Zauber, Waffen, Spezialattacken, etc. sorgt dafür das Tales of Phantasia einiges zu bieten hat. Das Kochsystem, welches erst im Remake vorhanden ist, ist zwar nicht so ausgereift wie bei den Nachfolgern, birgt aber auch einen Spaßfaktor. Rezepte suchen und Sammeln gehört zum Alltag der "Tales of“-Serie.
Fazit:
Tales of Phantasia ist beileibe kein schlechtes Spiel, doch merkt man, dass Gevatter Zeit seine Finger im Spiel hatte. Wer schon immer mal wissen wollte, wie die Sage "Tales of"-Spiele begonnen hat wird um diesen Titel nicht herumkommen. Es bedarf einer gewissen Gewöhnungsphase bis man mit dem Spielprinzip warm wird und danach wird man es entweder lieben oder hassen. Schafft man es, sich damit anzufreunden, wird man noch einige Stunden gebannt vor dem Game Boy Advance verbringen, bis man endlich weiß, ob der finstere Dhaos aufgehalten werden kann oder nicht. Ein episches Abenteuer mit Alterserscheinungen was bei Genrefans in die Sammlung gehört.
Kevin Jensen für PlanetGameboy.de
Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.
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WERTUNG:
82%
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Tales of Phantasia ist ein episches Abenteuer für Genrefans.
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Zu diesem Spiel:
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Preischeck
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Tipps und Tricks |
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Komplettlösung |
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Videos
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Steuerung
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Sehr komplex und bedarf einer Eingewöhnungsphase
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Features
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Kochsystem, Monsterliste, zahlreiche Waffen, Items und Zauber.
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Grafik
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Sehr klassisch und japanisch angehaucht.
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Sound
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Gute Spachsamples und Musik
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Spielspaß
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umfassendes Abenteuer mit zahlreichen Elementen.
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Details
Spielname:
Tales of Phantasia
Publisher:
Namco
Genre:
Rollenspiel
Release:
.. (erschienen)
Multiplayer:
Screenshots:
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