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Ab durch die Hecke: Hammy dreht durch


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Ab durch die Hecke: Hammy dreht durchReview vom 31.03.2007

Die städtische Polizei meldet: „Wilde und hungrige Tiere belagern unsere Vorgärten, auf der Suche nach Fressbarem und Nistplätzen. Wir raten ihnen deshalb dringend, sich gegen Tollwut und Biberbandwürmer zu impfen und Essensreste auf keinen Fall draußen stehen zu lassen. Die verantwortlichen Ordnungsämter arbeiten rund um die Uhr, um eine Lösung der Plage zu finden.“ ...

Wieder eine dieser Nächte, in denen undefinierbares Quieken, lautes Rascheln und zu Bruch gehende Vasen jedweden Nerv raubten, in denen die Albträume des kleinbürgerlichen Vorstadtamerikaners Wirklichkeit wurden... Nicht nur, dass die ganzen braven Einfamilienhaus-Besitzer kein Auge zumachen konnten – nein, wenn sich am folgenden Morgen kaputte Kühlschränke, entschärfte Mäusefallen und ausgeräumte Werkzeugkisten zu häufen scheinen, können die lästigen „Kuscheltiere“ im Schutz der Gartenhecke alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen. So werden ernsthafte Pläne von Einkaufszentren, Autobahnen oder anderem Betonbeständen angefertigt und mithilfe von Baustellen in die Tat umgesetzt, damit „so ganz nebenbei“ die nahe der Hecke beheimateten Tiere eliminiert werden. Parallel dazu finden auf knusprige Eichhörnchen abgerichtete Bluthunde und mächtige Hausroboter Einzug innerhalb des Gartens bzw. des Hauses, um zusätzlich Widerstand gegen gierige Plüsch-Nager zu leisten. Natürlich haben die dussligen Zweibeiner nicht mit der enormen Cleverness und der Teamfähigkeit unserer animierten Protagonisten aus „Ab durch die Hecke“ gerechnet, die ihre Jagd nach luxuriösem Futter nicht aufgegeben haben – auch unter erschwerten Bedingungen unterstützen sie sich gegenseitig oder gehen dem im Sessel sitzenden Homo Sapiens auf den Keks. Und zwar dieses Mal mit Minigolf, wie es sich für den fantasievollen Gedankengang eines DreamWorks-Studios gehört!

Aber was sucht solch eine Sportart in einem Lizenzspiel zu einem recht geistreichen Animationsfilm? Und ist es wirklich ein kluger Schachzug gewesen, den GBA in seiner Sterbezeit mit einem derart hibbeligen Eichhörnchen zu bombardieren, welches gut und gerne den „Jamba“-Monatscharts entlaufen sein könnte? Reicht’s den Entwicklern denn nicht, einmal virtuell durch die Hecke zu huschen...? Wir haben uns den Putter geschnappt und mit Waschbär, Biber und Schildkröte ein wenig im Vorgarten den Golfkönig gespielt. Unsere Ergebnisse folgen auf der Pfote.

Die Hecke ruft!
Wie bereits angedroht, haben wir es hier nicht etwa mit einem simplen Puzzler, einem Jump’n Run oder einer wilden Minispielmixtur zutun, sondern mit einem recht eintönigen Gameplay: Das Spiel hat nämlich nichts anderes im Sinn, als dem beliebten Minigolf-Sport nachzugehen, um somit die vorgeschriebenen Ziele zu erreichen. Wir gehen auf diesen Punkt später genauer ein. Kernaspekt des ganzen Abenteuers ist wie so oft der Story-Modus, in dem euch mit der Zeit die possierlichen Tiere aus dem Kinofilm über den Weg laufen werden. Immer mittendrin: Hammy, das nicht zu stoppende Eichhörnchen, dem man möglichst keinen Kaffee verabreichen sollte... Ihm zur Seite stehen der ausgekochte (aber nicht unsympathische) Waschbär Richie, die selbstlose Schildkröte Verne und neuerdings auch der arbeitswütige Biber Boris, der sich mit dem Bau des „tollsten Dammes der Welt“ viel vorgenommen hat. Zusammen nehmen sie den Menschen das Futter und allerlei Krimskrams weg, verteidigen ihren Lebensraum vor einer möglichen Baustellenbelagerung oder vertreiben sich den lieben lagen Tag mit ihren ganz eigenen Gesellschaftsspielchen.

Als Golfplätze müssen die typischen Kleinstadt-Örtlichkeiten herhalten, die man aus dem zugrunde liegenden Animationsfilm kennt: Der halbdichte Wald, der penibel gepflegte Garten mit eingebautem Pool (in welchen man den wasserscheuen Ball besser nicht schießen sollte), die Küche, das Haus oder die Baustelle sind einige der am häufigst vorkommenden Schauplätze – dazu dreht einem das GBA-Spiel teils unheimlich uninspirierte und dreiste Alibistorys für die einzelnen Missionen an, sodass man eigentlich permanent zu einem herzhaften Gähnen gezwungen ist. Wo der erste Teil von „Ab durch die Hecke“ wenigstens noch einige durchdachte Handlungsstränge aufwies (dank der Kinovorlage), lassen sich hier weder richtige Zusammenhänge, noch halbwegs bei der Stange haltende Wendungen erhaschen. Einzig und allein Nussfetischist Hammy, dem protagonistischen Eichhörnchen unter all den Fellbündeln, darf manchmal ein Schmunzeln geschenkt werden: Seine unglaublich unbeholfene und aufgedrehte Rolle, die sich beispielsweise durch charmant formulierte und ebenso witzige Schenkelklopfer zeigt, kauft man ihm ohne Zweifel ab. Ergänzend zu dem oftmals niedrigen Schwierigkeitsgrad schaffen die Entwickler so eine lockere und harmonische Atmosphäre. Auch die wenigen belegten Tasten und die klar präzisierten Aufgabenstellungen beweisen, für welche Zielgruppe das Spiel eigentlich gemacht wurde.

Tiger Woods im Blumenbeet-Format
Lasst uns aber gleich mit einem auffallenden Schwachpunkt der lizenzierten Software beginnen. Fast jede Mission läuft nämlich haargenau gleich ab: Nach einem mehr oder minder spannenden Dialog der handelnden Tiere und einer kurzen Instruktion muss der Spieler als Hammy über den Golfplatz wuseln und alles vorbereiten, um den Ball schließlich geschickt ins Zielloch befördern zu können. So müssen z.B. schwere Gegenstände auf Schalter geschoben werden, die dann ein Babygitter öffnen oder Dreiecke so gedreht werden, dass der Ball später in die korrekte Richtung abprallt - besonders einfallsreich wirkt das allerdings nicht. Und die Bandbreite an merkwürdigen Objekten geht noch weiter. Schon mal von einem grimmig ausschauenden Kampfhund gehört, der sich vom Minigolf tollwütiger Nagetiere und zerbrechenden Vasen nicht aus seinem Mittagsschlaf wecken lässt? Oder von Loopingröhren, die so völlig selbstverständlich in der Küche herumstehen? Ebenso gibt es Windmühlen, auf und ab wippende Flamingo-Attrappen, Kreissägen und Kleinkinder im Babystuhl, die euch ein gewisses Timing abverlangen: Den widerspenstigen Ball zwischen bzw. unter diesen Störfaktoren durchzurollen, ist nämlich gar nicht mal so einfach und zehrt besonders in den schwierigeren Levels an eurem Nervenkostüm.
Frustrationen erwarten euch auch im späteren Verlauf des Storymodus leider sehr häufig: Verwinkelte und verzwickte Levels mit vielen Möglichkeiten, den Ball zum Ziel zu befördern, sind zwar noch lobenswert und sollen wahrscheinlich echten Knoblern viel Freude bereiten, die eigenwillige Physik des Balls macht aber oft einen Strich durch die Rechnung. So prallt der Ball unberechenbar von den Wänden ab, wird durch Rohre an den Levelanfang gepustet und auch die Schlagrichtung lässt sich selten einwandfrei kontrollieren.

Besonders vorsichtig muss der Spieler mit der Anzahl verbrauchter Schläge sein, da mit zu vielen missglückten Versuchen die bösen, bösen Menschen auf eure unschuldigen Golfspielchen aufmerksam werden - dann verliert ihr natürlich. Beherrscht ihr aber die Situation und knackt je nach Missionsziel per Golfkugel alle Werkzeugkästen auf, befreit gefangene Tiere oder schließt den Kühlschrank kurz, steht die Auswertung eurer Aktionen bevor. Für das erfolgreiche Abschließen solcher witzigen Herausforderungen verdient man sich Nüsse, so etwas wie die Währung im unendlich weiten Heckenuniversum – diese sind euer Schlüssel zu freispielbaren Charakteren oder anderen Inhalten, die aber ehrlich gesagt nicht der Rede wert sind. Deswegen reden wir an dieser Stelle auch nicht weiter darüber. Um etwas kurzweiligen Spielspaß in den abwechslungsarmen Storymodus hineinzugeben, gibt es die „Kämpfe“ (Hui!) gegen einzelne Gegner, denen ihr mit einem Bumerang ausgerüstet entgegentretet. Steuerungstechnisch ist abermals auf das Simpelste zurückgegriffen worden: Drückt erst den A-Knopf und lauft dann einfach immer zum fliegenden Bumerang, um das Flugobjekt von euch abprallen und auf die Widersacher (z.B. gemeingefährliche Rasenmäher-Maschinen) steuern zu lassen. Das andere Gimmick ist eine Art Flipperspiel auf dem grünen Gartenrasen, was aber völlig fehl am Platz wirkt und nur halbherzig umgesetzt wurde - an richtigen Pinballspielen schien man sich hier jedenfalls nicht zu orientieren, der unausgegorenen Ballphysik zu schlussfolgern.

Steuerung:
An sich kinderleicht. Ihr schickt den durchgedrehten Hammy ganz einfach mit dem Steuerkreuz durch die Vorgärten, könnt zusätzlich die Schultertasten benutzen, um mit dem Fernrohr zum nächsten Zielloch zu spähen oder um während des Minigolfs abermals zu Hammy zu wechseln. Als weiteren aktiven Knopf braucht ihr eigentlich nur den A-Button, mit dem ihr den Ball abschlagt. Die Problempünktchen liegen aber in der Bestimmung der Schussrichtung, die sich nicht so richtig in die korrekte Position bringen lässt. Hierzu bedarf es einiger Eingewöhnung, ebenso wie bei dem eigenwilligen Ballverhalten, welches mit roher Gewalt und ungeschickten Patschehänden nur mühsam zu kontrollieren ist.

Grafik:
Schade, dass man sich von vornherein auf so wenig abwechslungsreiche Örtlichkeiten begrenzte - so erweisen sich beispielsweise Küchenfußboden oder Baustellensand als recht schnöde präsentiert. Zwar werden diese provisorische Golfplätze von so manchem ganz nett angedachtem Objekt begrenzt, diese wirken aber auch gleichzeitig aufgesetzt und mit ohne Liebe zum Detail programmiert. Einiges an sympathischen Gedanken können da schon eher die tierischen Kino-Charaktere rausholen, die sich geschmeidig bewegen und trotz schwacher Hardware-Ressourcen fast nichts von ihrem kuscheligen Film-Aussehen einbüßen.

Sound:
Selbstverständlich kann die ständige Dudelmucke in Hammys neuem Hecken-Sport niemals mit den Hochkarätern von Nintendo mithalten, ein gewisser Charme, der dem lustigen Eichhörnchen gerecht wird, ist aber nicht von der Pfote zu weisen. Meckern müssen wir aber dennoch: Unterm Strich ist diese musikalische Untermalung nur kurzfristig nett anzuhören, da es nicht sehr viele individuelle Melodien gibt. Nach einigen Erfolgen im Storymodus lässt sich außerdem ein Soundtest freispielen, der überflüssiger kaum sein könnte - oder findet hier irgendeine Nase Gefallen an 178 komischen Soundeffekten, wie beispielsweise eine Regentonne berührender Golfball!?

Features:
Neben dem zähflüssigen Story-Modus gibt es den ohne jegliche Handlungsgeschichten auskommenden Arcade-Modus, in welchem ihr nach und nach verschiedene Pokalkurse kaufen könnt – diese Herausforderungen ziehen sich dann über mehre Löcher hin, die ihr mit begrenzt vielen Schlägen absolvieren müsst. Freundlicherweise darf der Spieler sich hierfür seine Lieblingsfigur herauspicken, insofern sie bereits freigeschalten wurde. Abschließend gilt zu sagen: Was sich im technischen Bereich bereits anbahnte, macht sich nun auch bei der Vielzahl der Spielmodi und den Goodies bemerkbar: Diese sind entweder nicht vorhanden oder wirken aufgesetzt. Ein Multiplayer für bis zu vier Spieler (allerdings an einem GBA) ist vorhanden, doch leider blieb es uns aus technischen Gründen verwährt, diesen auszuprobieren.

Fazit:
Wer die ersten Missionen durchgenudelt und einen Löffel voll animiertem Spielspaß in sich aufgesogen hat, sollte wenig Motivation aufbringen, um mit vollem Elan weiterzugolfen und sich zum zigsten Mal von den schwachsinnigen Aufgaben berieseln zu lassen. Positiv hervorzugeben wären die zahlreichen Modi und die niedlichen Animationstierchen, die dem Kinofilm in seinem Stil schon sehr nahe kommen, aber warum beschränkt man sich denn engstirnig nur auf diese verspielte Golferei? Da ist die Langeweile ja vorprogrammiert... Vielleicht sollte angesichts einer definitiv nicht unmöglichen Kaufempfehlung noch gesagt werden, dass Filmfans und kleinere Gameboy-Spieler mit starkem Knobeldrang einen Blick riskieren würden. Alle anderen lassen den GBA und Hammy in ihren jeweiligen Mottenkisten liegen und spielen derweil mit einem anderen Handheld bzw. einer nützlicheren Freizeitbeschäftigung.



Jakob Nützler (Miroque) für PlanetGameboy.de



Vielen Dank an Activision für die freundliche Bereitstellung des Testmusters.

WERTUNG:
57%
Durchgedrehtes Lizenzgolfen, das ohne Hammy’s Humor nichts zu bieten hätte. Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Komplettlösung
Videos
  Steuerung Par! Ohne gefährliche Experimente, nur die Ballphysik missfällt etwas.
  Features Der Wille war da, aber der dominante Golfschläger verhinderte brauchbare Goodies und Modi.
  Grafik Sich häufig wiederholende, aber schicke Animationen und Schauplätze.
  Sound Wenig Melodien, dafür mit charakteristischem Stil.
  Spielspaß Zeitlich begrenzte Spielfreude, die leider nicht uneingeschränkt empfohlen werden kann.







Details
Spielname:
Ab durch die Hecke: Hammy dreht durch

Publisher:
Activision

Genre:
Geschicklichkeitsspiel

Release:
.. (erschienen)

Multiplayer:
ja - bis zu 4 Spieler an einem GBA

Screenshots:

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