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Pokémon Mystery Dungeon: Team Rot


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Pokémon Mystery Dungeon: Team RotReview vom 29.11.2006

Während John F. Kennedy seinerzeit mit dem Bekenntnis, er sei ein Gebäckteilchen, für Aufruhr sorgte, kann ich mittlerweile felsenfest und in aller Öffentlichkeit von mir behaupten: „Ich bin ein Pokémon“. Denn genau darum geht es in der neuen Wiederverwertung des Pokémon-Franchise von den Verliesexperten bei Chunsoft. Wir sagen euch, ob sich der Ausflug in den Körper eines Taschenmonsters auch für euch lohnen würde.Als mir der ehrenwerte Kevin Jensen, seines Zeichens Chefredakteur, bei einem gesellschaftlichen Anlass eine wissenschaftlich korrekte Analyse darüber in Aussicht stellte, was für ein Pokémon ich wäre, gesetzt den zugegeben in seiner Wahrscheinlichkeit eher gegen Null tendierenden Fall, ich würde mich in eines verwandeln, war ich zunächst mehr als skeptisch, ja, sogar feindselig gegenüber den Tierchen eingestellt. Noch während „Pokémon Rubin“ auf GBA war bei mir nämlich eine Ernüchterung darüber zutage getreten, dass dieses durchaus geniale Spielkonzept über die Jahre in unzähligen Variationen geradezu leichenfledderisch ausgeschlachtet wurde. Kevin drückte mir seinen GBA SP in die Hand, mit der Aufforderung, die dort gestellten pseudopsychologischen Fragen ehrlich zu beantworten, um daraufhin als Ergebnis mein pokämonisches Alter Ego zu erfahren. (Wie diese Fragen aussehen und was für ein Monster man selbst wäre, lässt sich außerdem auf der zugehörigen Website problemlos herausfinden.) Ich kann euch sagen: wäre ich ein Knuddeluff oder Relaxo geworden – ich hätte den GBA wutentbrannt in die Ecke gepfeffert. Indes, es kam anders.

Mein Pokémon-Gegenstück ist nämlich ein Bisasam, mein persönlicher Favorit unter allem, was in Kanto, Johto etc. kreucht und fleucht. Ein zweiter glücklicher Zufall war, dass bei der Wahl meines Poképartners, desjenigen Pokémons also, das meinem Bisasam während des Spiels als Freund und Berater zur Seite stehen würde, mein zweitliebstes Pokémon unter unserer Sonne zur Verfügung stand: ein Schiggy! So kam es also, dass ich mich in Gestalt eines Bisasams, zusammen mit meinem Kampfgefährten Schiggy (dem ich passenderweise den Namen „Schigfried“ gegeben hatte), auf den Weg in dieses im Vergleich zu sonstigen Pokégames höchst eigentümliche Spiel machte. Was macht Mysterious Dungeon so eigentümlich? Nun, während die früheren Poké-RPGs eine große Oberwelt mit Städten, Orden und Arenen hatte, ist dieses Exemplar ein Rogue-artiger Dungeon-Crawler, wie er im Buche steht. (Oder in der Wikipedia.) Die Haupttätigkeit des Spielers besteht darin, in Pokémongestalt mit seinen Kumpels durch zufallsgenerierte Dungeons zu wandern, sich dabei aufzuleveln, seine Fähigkeiten zu verfeinern und die Story voranzutreiben. Die beiden Protagonisten (bei mir ich, das Bisasam und Schigfried, das Schiggy) bauen im Verlauf der Geschichte ein so genanntes „Retterteam“ auf, um anderen Pokémon, die in Not geraten, zu helfen. Diese Aufträge stehen anfangs fast ausschließlich auf einer Pinwand, kommen aber später, mit besserem Ruf eures Teams, auch direkt mit der Pelipper-Post in den Briefkasten vor eurer Pokéhütte. Nahezu alle Missionen bestehen mehr oder weniger daraus, sich mit unterschiedlichem Ziel durch die Dungeons vorzuarbeiten: da müssen Pokémon gerettet werden, die sich verlaufen haben, andere verlangen ein bestimmtes Item, wieder andere schließen sich kurzfristig eurem Team an, um zu bestimmten Ebenen im Dungeon eskortiert zu werden. In den storyrelevanten Missionen gibt es außerdem ab und an einen zünftigen Endboss zu bekämpfen.

Die Fights selbst laufen in rundenbasierten Schlagabtäuschen ab, allerdings ohne dass die Pokémon bei jedem Gegner in einen separaten Kampfbildschirm gesogen werden. Das hat zum einen den Vorteil der Zeitersparnis, zum anderen ist es so dem Spieler möglich, durch geschicktes Gruppieren der ihm folgenden Pokémon um den nichts ahnenden Gegner mit ihnen einen kernigen Massenangriff zu eröffnen. Das große Manko bei dieser Art von Kampf ist das Wählen der Spezialtechniken, bei dem man sich erst durch ein Menü klicken muss. Nur einer einzigen der vier lernbaren Attacken kann man einen Tastatur-Shortcut zuweisen. Dies ist vor allem insofern bedauerlich, wenn man bedenkt, wie einfach es z.B. für Harvest Moon auf dem GBA war, die Benutzung einer Vielzahl an Gartenbauinstrumenten durch eingängige L-Tasten- und Steuerkreuzshortcuts zu erleichtern. Spaß macht hingegen die Attacken-Linkfunktion, bei der dem Spieler die Gelegenheit geboten wird, zwei seiner Attacken dergestalt zu kombinieren, dass sie in einer einzigen Runde direkt hintereinander ausgeführt werden. Die Verteidigung des Gegners zu senken und sofort danach zu einer vernichtenden Kratzfurie anzuheben, erregt in einem abgeklärten Pokémon wie mir schon eine gewisse Zufriedenheit.

Deine mitreisende Monsterparty indes wird vom Computer kontrolliert; man kann, ähnlich der „Tales of.“-Spiele, ihr Verhalten etwas variieren. Grundlegende Muster, wie aggressives Auf-den-Gegner-Zugehen oder Defensivspiel, sind von Anfang an zu- und abschaltbar, später können Pokémon nach dem Genuss von verschiedenfarbigen Gummis auch solch elaborierte Kampfmethoden wie ausschließlicher Angriff auf den Schwächsten oder den verantwortungsvollen Umgang mit ihren Attack Points lernen. Neue Pokémon werden nicht mehr mit Bällen gefangen, sondern können sich dir aus eigenem Antrieb heraus anschließen, sobald du im Knuddeluffladen ein Fleckchen Land gekauft hast, das für ihre jeweiligen Bedürfnisse geeignet ist.

Im Gegensatz zu früheren Pokémonspielen gibt es aufgrund des neuen Spielkonzepts auch etliche weitere Änderungen: so lernen die Monster zwar wie gehabt ihre Attacken, aber entwickeln sich (zumindest vorerst!) nicht. Der Tatsache, dass man zumindest seine zwei Hauptpokémon nicht so problemlos wechseln kann wie Ash Ketchum seine Pokébälle, ist wohl die Neuerung geschuldet, dass die Vorteile, die in den Attacken durch gegensätzliche Elementklassen entstehen, nicht mehr so gravierend ausfallen wie früher. Nur gut so, sonst hätte ich in meiner Eigenschaft als Pflanzenpokémon mit meinem Wasserkumpel Schigfried gegen einen der ersten Gegner, ein Zapdos (Vogel/Elektro) überhaupt keine Chance gehabt.

Ein lustiges Feature ist es, wenn man in einem Dungeon besiegt wird (was durchaus vorkommen kann; ich habe selbst Icemans schmachvolle Niederlage gegen ein paar lächerliche Quapsels miterleben dürfen), kann man von einem Freund, welcher ebenfalls das Spiel besitzt, aus dieser misslichen Lage gerettet werden, ohne gleich viele mitgeführte Items und Geld zu verlieren. Dazu wird ein Passwort generiert, welches, nach Eingabe im System des Freundes, für diesen eine Rettungsmission erzeugt – für deine Pokémon! Nachdem er diese gemeistert hat, bekommst du wieder ein Passwort, und deine Monster können unbehelligt mit ihrer Mission fortfahren. Eine nette Idee, die allerdings auch etwas ausgebaut hätte werden können – mit einem echten Kumpel zusammen richtig kooperativ durch Pokéverliese zu streifen, wäre ein unschätzbares Feature gewesen.

Mystery Dungeon erscheint in zwei Versionen, jeweils auf GBA und Nintendo DS. Unterschiede zwischen ihnen gibt es dabei allerdings kaum: die wichtigsten wären die Möglichkeit der Drahtlosübertragung beim DS und eine eher missglückt zu nennende Touchscreensteuerung, während die Verlieskarte, die beim GBA problemlos über dem Spielgeschehen liegt, beim DS logischerweise auf den zweiten Bildschirm ausgelagert ist, auf dem man auch den Status seiner Pokéfreunde direkt abfragen kann. Ansonsten bleiben Grafik, Sound und Gameplay grundsätzlich gleich, das heißt, auf recht anständigem GBA-Niveau - was bei unseren strengen Punktrichtern natürlich schon einmal zu einem Abzug in der Gesamtwertung der DS-Version gegenüber dem GBA führt, denn da wäre definitiv mehr dringewesen!

Fazit:
Wie ist dieser nicht fehlerfreie und eher andersgeartete Zugang zur Pokématerie nun also zu beurteilen? Das kommt auf den Spieler an: wer auf mit Städten und sympathischen NPC’s übervölkerte Oberwelten und nur sporadisch auftauchende Höhlchen steht, wird an dem durchaus repetitiven Verliesgekloppe in Mystery Dungeon auf die Dauer denkbar wenig Spaß haben und kann daher von unserer Wertung gut 10 Punkte abziehen. Wer hingegen Spaß an Dungeon-Crawlern hat, die Freiheit eines umfänglichen Jobsystems genießen will und sich von Charakterfortschritten und neu erspielten Partnerpokémon durchaus motivieren lassen kann, der zählt einfach noch zehn Punkte dazu, geht schnurstracks los und holt sich das Teil!



Christian Luscher und Schigfried für PlanetGameboy.de



Vielen Dank an Nintendo für die freundliche Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

WERTUNG:
75%
Ungewöhnlich polarisierende Dungeon-Klopperei mit Kuschelmonstern. Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks
Komplettlösung
Videos
  Steuerung Attacken-Shortcuts fehlen, ansonsten O.K.
  Features Hübsche Connectivity-Schmankerl.
  Grafik Angemessen bunte Pokéwelten.
  Sound Leicht repetitive Pokémucke.
  Spielspaß Wers mag, hat lange Freude dran!







Details
Spielname:
Pokémon Mystery Dungeon: Team Rot

Publisher:
Nintendo

Genre:
Adventure

Release:
.. (erschienen)

Multiplayer:
ja

Screenshots:

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