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Golden Sun


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Golden SunReview vom 25.03.2002

Es ist die langerwartete Rollenspielhoffnung. Es ist der Sonnenstrahl in der Masse der Game Boy Advance Spiele. Es ist hier, live und ohne doppelten Boden: Golden Sun, der gefeierte Megastar der RPGs zeigt im Planetgameboy.de-Test, wo seine Muskeln sind und lehrt die Konkurrenz das Fürchten: Regen prasselt auf ein Hausdach, ein kleiner Junge liegt im Bett und wälzt sich unruhig im Schlaf. Was jetzt klingt wie der Anfang von Zelda-A Link To The Past auf dem Super Nintendo ist der inzwischen wohl berühmteste GBA-Spiel-Anfang. Kein Game beherrschte die Medien in den letzten Monaten so nachhaltig wie das Rollenspiel aus dem Hause Camelot. Die Firma, die auch u.a. für Mario Tennis und Mario Golf auf dem Nintendo 64 verantwortlich war und frühe Rollenspielerfahrung mit Shining Soul für Sega-Konsolen sammelte legt mit Golden Sun (goldene Sonne) ihre Reifeprüfung im Spielebusiness ab und beweist, das gute Rollenspiele nicht immer aus dem Haus der Final Fantasy Macher Square kommen müssen.
Der kleine Junge im Bett ist Isaac, ein Bewohner des winzigen Dörfchens Vale am Fuße des Berges Aleph. Vale ist kein normales Dorf voll unbeugsamer Gallier, sondern die Heimat der Adepten. Diese Menschen haben die Fähigkeit, mit so genannter Psynergie (eine Mischung aus Psyche und Energie) Dinge zu bewegen und mächtige Zauber zu wirken. Mit Hilfe dieser Kräfte haben sie die Aufgabe, das Heiligtum der Sonne am Fuße von Aleph zu bewachen. Denn das Heiligtum beinhaltet die Steine der Elemente. Von denen gibt es in der Welt von Golden Sun vier: Wasser, Feuer, Wind und Erde. Sollte jemals jemand die Steine erbeuten können, so hätte dieser die Macht, die Welt nach seinen Vorstellungen zu gestalten und würde mit Feuer und Schwert als Diktator herrschen. Eine schwere Bürde also für die Einwohner von Vale.
Die Nacht, in der alles anfängt, ist alles andere als angenehm. Isaacs Mutter weckt ihren Sohn, als Blitz und Donner über dem Berg ihren Höhepunkt im grausigen Treiben erreichen. Der Berg droht einzustürzen, irgendeine Macht hat versucht, das Heiligtum zu stören, so dass uralte Schutzmechanismen in Gang gesetzt wurden, die nun auch Vale zu zerstören drohen. Auf der Suche nach Hilfe trifft Isaac auf seinen Freund Garet und gemeinsam müssen sie erleben, wie der Bruder von Jenna, einem kleinen Mädchen, in den Fluten des Flusses verschwindet. Bevor die zwei kleinen Helden irgendwem Bescheid geben können überraschen sie zwei seltsamen Gestalten. Saturos und Menardi, zwei Feuer-Adepten, sind gar nicht so begeistert, dass zwei Kinder ihre Anwesenheit bemerkt haben und legen mit ihren starken Zaubern die Helden lahm. Für den geübten Rollenspieler ist klar: Das sind die Oberbösewichte. Doch bis Isaac und co. diese stellen können ist es noch ein langer Weg.
Das eigentliche Spiel beginnt drei Jahre später. Isaac und Garet haben die Ereignisse in der damaligen Nacht immer noch nicht verarbeitet. Isaacs Vater kam bei dem Unwetter ums Leben und auch die Schmach der verlorenen Schlacht gegen die zwei Adepten hat ihre Spuren in den Köpfen der inzwischen 17jährigen Männer hinterlassen. Aus diesem Grund widmeten sich die beiden intensiv der Forschung und Steigerung ihrer Psynergie, um eines Tages Saturos und Menardi im Kampf zu besiegen. Als der Dorfälteste und Psynergielehrer einen Ausflug in das Heiligtum der Sonne vorschlägt sind sich Isaac und Garet noch nicht bewusst, dass sich hier das größte Abenteuer ihres Lebens anbahnt. Natürlich werden die Heiligen Steine gestohlen und natürlich ist es nun an euch, dem Spieler, die kleine Heldentruppe in den Kampf Gut gegen Böse zu führen. Schließlich gilt es, den Dorfältesten, Jenna und vor allem die ganze Welt zu retten!
Soviel zur epischen Geschichte von Golden Sun. Mehr wird in diesem Test nicht verraten, wir wollen euch ja nicht die Freude am Spielen nehmen.
Golden Sun präsentiert sich als schnörkelloses japanisches Rollenspiel der alten Schule. Ihr habt festgelegte Figuren, die ihr mit Kämpfen hochpowern könnt. Erfahrungspunkte sind in dem Spiel leicht zu sammeln, denn fast an jeder Ecke lauern Gegner. Anfänger mögen da ziemlich bald genervt sein. Profis freuen sich jedoch, aus ihren Amateur-Helden richtige Haudegen zu machen. Kleiner Tip: Trainiert am Anfang in der Nähe von Vale, da ihr eure Psynergie jederzeit im Dorf kostenlos wieder aufladen könnt. So sind bereits früh einige Level gut zu machen, die euch in späteren „Diskussionen“ mit widerwilligen Urviechern das Leben retten können.
Neben all den klassischen Eigenschaften eines Rollenspiels bietet Golden Sun auch etwas neues, sehr interessantes: Die Djinns. Diese kleinen Wesen, am ehesten mit den Pokémon verwandt, trefft ihr auf der ganzen Welt, bzw. müsst oft nach ihnen suchen. Sie verleihen euren Helden zusätzliche Fähigkeiten und sind nach den vorher genannten Elementen geordnet. Da Garet und co. selber auch in Feuer, Eis und Dosenbier, äh, in Feuer, Erde, Wasser und Luft unterteilt sind ergibt sich hier eine interessante Kombinationsmöglichkeit. So kann der erdgebundene Isaac in Verbindung mit einem Wasserdjinn Ranken sprießen lassen, die euch an interessante neue Orte führen, wo mal eine neue Waffe oder, wenn ihr Glück habt, ein weiterer Djinn zu finden ist. Habt ihr den Djinn außerdem einmal aktiviert, können in Verbindung mit weiteren Wesen gleicher Art und Element bildschirmgewaltige Angriffe ausgeführt werden, dass euren Gegnern nur so die Hörner schlackern. Nach kurzer Regenerationszeit sind dann die Djinns wieder einsatzbereit und ihr könnt sie wieder auf die Welt loslassen.
Was Golden Sun aber so herausragend und einzigartig macht ist das System der Psynergie. Diese ist nämlich nicht nur im Kampf einsetzbar, sondern bietet, wie z.B. die bereits angesprochene Ranke, viele Möglichkeiten, um neue Rätsel zu schaffen. Typische „Lege Schalter A um, damit du an Schalter B kommst“-Rätsel sind in Golden Sun eher selten. Viel mehr müsst ihr geschickt die Möglichkeiten eurer Kämpfer ausloten, um Wasser in Eis zu verwandeln (ergibt einen super Steg) oder Büsche per Wirbelwind wegzublasen. Es gibt eigentlich keine schwere Stelle, an der man nicht sagen kann: „He, ich hab doch vorhin eine neue Psynergie bekommen, vielleicht kann ich die hier anwenden?“ Schade ist nur, dass die Magie im eigentlichen Kampf eher eine untergeordnete Rolle spielt. Die Djinn-Angriffe sind meist stärker, effektiver und kosten vor allem keine Magiepunkte. Storytechnisch spielt Golden Sun eindeutig in der oberen Liga. Auch wenn das Geschehen relativ lange braucht, um in die Gänge zu kommen: Dadurch, dass ihr als einer der wenigen auf der Welt in der Lage seid, Psynergie zu sehen und auszuführen bekommt ihr in den Städten von Golden Sun oft Respekt gezollt, was auch dem Spieler ein stolzes Gefühl gibt. Golden Sun ist als Zweiteiler geplant. Das Ende erinnert sehr an den Herrn der Ringe (to be continued...), beweist aber, mit was für einer epischen Story die Programmierer hier hantieren. Die Freude auf den nächsten Teil wird damit um so größer, dennoch ist das Spiel ein in sich abgeschlossenes Kapitel und daher wärmstens zu empfehlen.

Grafisch wird in Golden Sun ein Meisterfeuerwerk nach dem anderen abgebrannt. Sind die Oberwelt-Level schon erstklassig, bekommt man beim Anblick der Kämpfe den Mund nicht mehr zu vor Staunen. Mode 7-Monster in fantastischer Größe lassen das Display erzittern, Farbspiele verlangen dem Grafikchip so einiges ab. Das soll mein Game Boy Advance sein? Erinnert viel mehr an eine Playstation! Die Licht- und Transparenzeffekte gehören zur obersten Klasse der 2D-Rollenspiele und werden noch lange Zeit ihresgleichen suchen. Selbst Chrono Trigger und Tales of Phantasia, bis dato die ungeschlagenen Könige der Grafikpracht, müssen sich anbetracht dieser 32Bit-Leistungen mit dem zweiten Platz begnügen. Die Innenräume mancher Häuser sehen aus wie die vorgerenderten Grafiken von Final Fantasy 7 (PSone) und kommt man auf die Karte der Außenwelt wird butterweich per Mode 7 gezoomt und gedreht, was das Zeug hält. Hier hat sich jemand ausgetobt, der was von seinem Fach versteht.

Die Steuerung geht bei Golden Sun leicht von der Hand. Schon nach kurzer Spielzeit sind alle Handgriffe in Fleisch und Blut übergegangen. Komplizierte Vorgänge wie die Djinns werden per Minitutorial erklärt und sind schnell begriffen. Ein großer Nachteil ist aber, dass eure Kämpfer nur die ihnen zugeteilten Gegner angreifen. Sollte man (z.B. mit einer Djinn-Beschwörung) ein Monster vernichtet haben, das der nächste Kämpfer mal so richtig in die Mangel nehmen wollte, stellt der sich dumm, ignoriert die restliche Bagage und zieht sich in die Verteidigung zurück. Das so was auch anders geht hat Square schon vor vielen Jahren bewiesen. So etwas muss nicht sein.

Der Sound von Golden Sun ist, wie er bei einem guten Rollenspiel sein muss. Orchestrale Melodien, die keine Sekunde stören, euch aber auch nicht zum mitwippen auffordern. Leider fällt dieser Bereich daher in Anbetracht der restlichen Perfektion des Spiels schwer ins Gewicht. So gute Soundkomponisten wie Square hat Camelot nicht im Programm. Die seichte Musik ist schnell vergessen, während mancher Song von Secret of Mana heute noch in den Ohren klingt. Dafür sind die Soundeffekte solide, klingen krachend und lassen euch die Action hautnah erleben.

Bei den Features kann Golden Sun auch nicht die volle Punktzahl einheimsen. Zwar gibt es einen (in diesem Genre sehr seltenen) Multiplayer-Modus, in dem ihr einem Kumpel die Köpfe einschlagen könnt. Mehr als typische Rollenspiel-Ware wird aber nicht geboten. Einzig das Djinn- und Psynergiesystem machen Golden Sun kreativ, andere Features sucht man vergebens. Auch die Anzahl der Spielfiguren, die ihr dauerhaft in der Party haben könnt, ist mit vier deutlich zu wenig. Ein bisschen mehr Abwechslung hätte hier gut getan.
Auch auf die Nerven geht einem nach einer Weile das ewige Ja/Nein-Spiel, welches Isaac andauernd abhalten muss, obwohl die Antworten meistens vordefiniert sind. Wer sich aber davon nicht stören lässt bekommt ein wunderbares Rollenspiel mit ein paar netten neuen Ideen, zu denen man auch die Fortsetzungsfähigkeit zählen kann.

Fazit:
Golden Sun hält, was es verspricht und bereitet den Rollenspielern unter den GBA-Fans ein Freudenfest. Grafisch und spielerisch wird durchgehend hochwertige Kost geboten. Jeder, der auch nur ein wenig Interesse an Rollenspielen hat sollte zuschlagen und auch anders orientierte Zocker kommen nicht umhin, wenigstens mal eine Weile Probe zu spielen. Aber Vorsicht! Akute Suchtgefahr!


by Trunx

WERTUNG:
90%
Ein Prachtstück unter den GBA-Spielen! Zu diesem Spiel: Preischeck
Preischeck
Tipps und Tricks (4)
Komplettlösung
Videos
  Steuerung Geht gut von der Hand, hat jedoch auch Macken
  Features Neuartiges Rätselsystem regt zum Knobeln an
  Grafik Ein Feuerwerk an Special Effects. Das ist ein Game Boy-Spiel?
  Sound Knackige Effekte, Laue Musik
  Spielspaß Unschlagbar gut: Das beste 2D-RPG aller Zeiten







Details
Spielname:
Golden Sun

Publisher:
Nintendo

Genre:
Rollenspiel

Release:
.. (erschienen)

Multiplayer:
Ja

Screenshots:

ScreenViewer öffnen (8)

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