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Im Test: Nanoloop die GBA Soundmaschine

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Autor: Thomas Paulsen

Kategorie: hardware
Umfang: 1 Seiten

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Game Boy Advance Artikel vom 21.01.2006




Eine Dose voll Musik!

Was gibt es nicht schon alles an toller Anwendungsoftware für unseren kleinen „Hosentaschenfreund“...aber ein Modul für den GBA mit dem man „richtig“ Musik produzieren kann? Das istb etwas komplett neuartiges.


Wollen wir doch mal sehen, wer Du bist, mein kleiner Freund

Electro Plankton ist sicherlich vielen bereits bekannt. Mit Stift und Nintendo DS bewaffnet, lassen sich nette kleine Melodien oder auch rythmische 8-Bit Retrosounds „erspielen“, indem man im wahrsten Sinne des Wortes kleine Meerestierchen quält.


Doch was macht man, wenn die Lust auf mehr „spielerische“ Freiheit kommt? Wenn das „erspielte“ auch abrufbar gespeichert werden soll? Entweder versucht man auf dem Gebrauchtmarkt noch ein Modul vom Little Sound DJ für den Gameboy zu ergattern ...oder...man besorgt sich Nanoloop.


Das ist ein professioneller Step-Sequencer und Software-Synthesizer, mit dem sich mobil famos zarte bis harte Tracks zaubern lassen.
Oliver Wittchow, der Entwickler, der die 1er Version des Moduls bereits für den Original Gameboy programmierte, (als Diplomarbeit) legt das Modul nun auch in der Version 2.0 für den GBA vor.


Ich habe das Modul einige Zeit auf meinem GBMicro testen dürfen.


Onkel Owen! Der hier hat einen defekten Motivator!


Der Step-Sequencer:


Wenn man den GBA mit Nanoloop einschaltet, befindet sich das Gerät im "Single Channel View". Man sieht einen Takt einer Spur mit jeweils 16 16tel-Noten-Schritten, dargestellt in Form von 4 x 4 Quadraten. Also keine Angst...es muss niemand Noten lesen lernen. Insgesamt stehen acht monophone Einzelspuren zur Verfügung. Es können direkt Noten eingegeben und durch den permanenten "Loop"-Modus auch direkt gehört und modifiziert werden. Eine Möglichkeit, in diesem Modus den Sequenzer zu stoppen, gibt es nicht. Auf dieser Seite kann für jede Note die Lautstärke, die Tonhöhe, die Filteröffnung, die Notendauer und die Platzierung im Stereo-Panorama bestimmt und in eine andere Spur gewechselt werden. Durch „layern“ von mehreren leicht versetzten Spuren mit gleichen Noten (mit unterschiedlicher Lautstärke) lassen sich so z.b. Delay Effekte erzeugen... (Versetzen einer Spur geht kinderleicht durch Druck auf L oder R (Pattern Shift)). Oder man nimmt andere Sounds...etc. Entdecke die Möglichkeiten!


In der Multichannel View, auf die man durch Druck auf „Select“ gelangt, bekommt man eine Übersicht über alle 8 Spuren und kann diverese Einstellungen wie Spuren Stummschaltung (Mute), Spur Lautstärke oder auch hier „Pattern Shift“ vornehmen.


Er-Zwo! Hol noch mehr Saft raus!


Der Software-Synthesizer:


Mit der "Start"-Taste wechselt man zum "Instrument-Editor", d.h. der Klangprogrammierungs-Seite und wieder zurück. Auf dieser Bildschirmseite kann man den Klang der "bespielten" eintaktigen Spur bestimmen (Hüllkurven, Wellenformen, die gleichzeitig auch Filtertyp einstellen und die Oktavlage), die Gesamtlautstärke der Spur und die Länge der Spur, die sich in 16tel-Schritten verkürzen lässt. Kombiniert man mehrere Spuren mit unterschiedlicher Länge, lassen sich wunderbare polyrythmische Sachen erzeugen...im Endergebnis klingt ein Loop dann dynamischer. Hier auch wieder: Entdecke die Möglichkeiten!
Man kann auf dieser Seite in ein weiteres "Pattern" also zu einem weiteren Takt mit wiederum 8 Spuren gelangen. Insgesamt gibt es 7 Pattern oder Takte mit jeweils 8 Spuren (Channels), deren Reihenfolge man selbst bestimmen kann.
Die Klangprogrammierung einer Spur des ersten „Taktes/Pattern“ gilt auch für die jeweilige Spurnummer der anderen 6 Takte/Pattern (z.B. ein Bass-Klang auf Spur 1 von Takt/Pattern“ 1, den man sich nach seinen Vorstellungen erstellt hat, „gilt“ auch für Spur/Channel 1 der Takte/Pattern 2-7).


Du rostiger Blechkasten! Was meinst Du damit: Welche Aufnahme?


Immer schön speichern!

Die 7 Pattern oder Takte muss man speichern, damit sie beim Ausschalten des Gerätes nicht verloren gehen. Dies erfolgt auf einer weiteren Seite, dem so genannten "Multi-Channel-View". Zu dieser Seite wechselt man durch Drücken der "Select"-Taste. Auf dieser Seite erreicht man durch längeres Drücken der "Start"-Taste zwei Speicher-Modi, bei denen man wahlweise eine einzelne Spur ("Channel") oder einen ganzen "Song" - also die maximal 7 Takte bzw. Pattern mit maximal jeweils 8 Spuren oder "Channels" - speichern kann.


Jeweils 16 Speicherplätze stehen zur Verfügung. Mittels einer Tasten-Kombination der Taste "B" und der "Down"-Taste des Steuerkreuzes speichert man seine Arbeit. Mittels "B" und der "Up"-Taste lädt man seine Arbeit wieder, die das Programm natürlich nach dem Ausschalten des Gameboys behält. Nicht erschrecken, dass nach dem Einschalten das Programm im "Single Channel View" immer wieder "leer" startet. Rückfragen, ob man eine Speicherstelle überschreiben möchte, oder gar eine "Undo"-Funktion gibt es allerdings nicht! Also Vorsicht beim Betätigen von "B&Up" und "B&Down"! In diesem Modus kann man einzelne Spuren auch benennen.


Nein! Du sollst alle Müllpressen auf der Inhaftierungsebene abschalten!


Songs arrangieren:

Die sieben Takte oder Pattern (mit je maximal 8 Spuren) kann man auf einer weiteren Bildschirmseite, dem "Song-Editor" zu längeren Abläufen bzw. richtigen "Songs" arrangieren. Es stehen insgesamt 240 bzw. 239 Takte dafür zur Verfügung, also 10 Seiten mit jeweils 24 Takten und wiederum jeweils 8 Spuren. Vorsicht: Auf der letzten (also der zehnten Seite) befinden sich ganz am Ende, also im 24. Takt, Events. Diese sollte man nicht löschen, denn dadurch wird (wie im Internet-Forum zu Nanoloop berichtet und vom Autor Oliver Wittchow als "Bug" bestätigt) wohl der gesamte Songspeicher gelöscht,


Im "Song-Editor", der über längeres Drücken der „Select“-Taste erreicht werden kann, findet sich auch endlich eine Möglichkeit zu „Start“ und „Stop“ des Sequenzers. Soweit ich dies bisher ausprobiert und verstanden habe, kann man im „Song“-Editor nur jeweils die 7 maximal acht-spurigen Takte/Pattern, die man zusammen abgespeichert hat, zu längeren Arrangements verknüpfen. Kombinationen von Takten/Pattern, die man getrennt erstellt und abgespeichert hat, sind – anscheinend – nicht möglich. Darüber war ich gestolpert und hatte Varianten von Pattern getrennt gespeichert, so dass es mir anschließend nicht gelang, sie gemeinsam in einem Song zu verknüpfen.


Pläne? Was für Pläne?


Fazit:

Die Bedienung geht, nachdem man sich die unterschiedlichen Knopf und D-Pad Kombinationen verinnerlicht hat, relativ schnell von der Hand. Die Noteneingabe und auch die Synthesizer Einstellungen werden funktional und grafisch übersichtlich dargestellt.

Sequencer und Synthesizer Möglichkeiten sind natürlich aufgrund der CPU Power des GBAs eingeschränkt, erfüllen aber trotzdem durchaus ihren Zweck und ich hatte schnell kleine und auch größere Loops gebastelt. Sehr schön ist die Möglichkeit,den gesamten Batterie gepufferten Speicher in einen Flashspeicher zu sichern, welcher auch im Modul vorhanden ist. Also kein Problem seine Werke auch für laaaange Zeit zu sichern.

Mir persönlich macht die Arbeit mit Nanoloop großen Spaß und ich hole immer wieder gern meinen GBmicro raus, um weiter an dem einen oder anderen Track zu schrauben, neue Sounds auszuprobieren oder Stereospielereien einzufügen.


Wir werden uns die lokalen Sternensysteme gefügig machen!


Lange Rede...kurzer Sinn...wie klingt es? Unten drei Beispiele, von der Nanoloop Site:


Beispiel 1

Beispiel 2

Beispiel 3


Wird wohl nicht jedermanns Sache sein, aber die drei MP3s demonstrieren eindrucksvoll, was möglich mit Nanoloop möglich ist.


Der Klang der 2.0 Version für den GBA ist weicher als der der 1.0 Version auf dem alten Gameboy. ZwoNull erinnert dabei eher an einen alten Casio Synthesizer (Kennt jemand Schlammpeitzinger?) und EinsNull an einen C64 im direkten Vergleich. Aber wer hindert einen daran, seinen GBA mit Nanoloop 2.0 direkt an ein Gitarren (Bit Crusher) Effektgerät anzuschließen und die Hütte zu rocken?



Wer immer schon mal Musik machen wollte, ohne Ahnung von Noten zu haben, seine Freundin mit einem Liebeslied überraschen möchte, Mutti mit einem Geburtstagsständchen, die Kumpels mit einem phatten Hiphopbeat oder der Musiklehrerin zeigen will, dass der Gameboy DOCH sinnvoll im Unterricht ist...der kommt um Nanoloop nicht herum. Und für Gameboy-phile Musiker ist er sowieso Pflicht...


Nanoloop 2.0 für GBA, GBA SP, GBA micro ist erhältlich (als Kleinserie) für 80 € unter www.nanoloop.de direkt bei Oliver Wittchow.


Thomas Paulsen für PlanetGameboy.de
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